Live macht klüger als Wikipedia

KORBACHER SPALTE. Die Geschichte des ältesten Korbachers reicht weit in die Vergangenheit zurück. Sehr weit sogar. Noch bevor die Dinosaurier unseren Planeten eroberten, tapste Procynosuchus auf krummen Beinen durch das heutige Stadtgebiet und direkt in die Herzen der Korbacher, die mit Recht stolz auf ihren – in Fachkreisen – weltberühmten „Dackel“ sind.

Evolutionsgeschichtlich ist Procy tatsächlich eine Sensation: Ungefähr so groß wie eine Reisetasche, trägt Procy als Mosaiktier sowohl die Merkmale urzeitlicher Reptilien in sich wie auch jene moderner Säugetiere. Seine Korbacher Heimat war damals noch eine Wüstenlandschaft an den Ufern des Zechsteinmeeres.

Hier irrt sich Wikipedia

Die ganze Welt kennt den Urzeit-Dackel, aber niemand kennt ihn besser als die Korbacher. Das zeigt ein Blick auf Wikipedia. Dort heißt es unter anderem:

[Zitat] Procynosuchus war etwa 60 Zentimeter lang und wies im Gegensatz zu anderen Therapsiden Anpassungen an ein Leben im Wasser auf, insbesondere einen außergewöhnlich beweglichen Hinterkörper mit seitlich abgeplattetem Schwanz, der wahrscheinlich ein Schwimmen ähnlich dem von Krokodilen oder Ottern erlaubte. Es wird daher angenommen, dass Procynosuchus ähnlich wie diese Tiere semi-aquatisch lebte und sich von Fischen oder anderen Wassertieren ernährte. [Zitat Ende]

Ein Korbacher, der es aufgrund seiner Ausbildung und seiner Funktion wegen genau wissen muss, versichterte uns, dass Procy nie und nimmer im Wasser gelebt und sich daher auch ganz sicher nicht von Fischen und anderen Wassertieren ernährt habe. Das wäre für einen Dackel auch eher untypisch.

Regen war seinerzeit in dieser Gegend wohl eine Seltenheit. Wenn es jedoch einmal goss, dann aber hallo! Ein gewaltiger Sturzbach hat vermutlich die Überreste von Procy und anderen Urzeittieren in eine rund 20 Meter tiefe und bis zu vier Meter breite Erdspalte gespült. Dort wurden sie rund 250 Millionen Jahre lang perfekt konserviert.

Erst 1964 wurde die „Korbacher Spalte“ in einem Steinbruch entdeckt. Die National Geographic Society aus Washington veranlasste Grabungen, die zusammen mit Procy auch Knochen anderer säugetierähnlicher Reptilien und von Vorfahren der Dinosaurier zutage förderten. Heute lockt die älteste Fossilspalte Europas als Teil des „Geo-Foyer Kalkturm Korbach“ alljährlich unzählige Gäste aus nah und fern in das Besucherzentrum am Rande der Stadt.

GeoFoyer Kalkturm Korbach

März – Oktober:
Dienstags und Sonntags
sowie Feiertage: 11 – 16.30 Uhr

Infopavillon
Frankenberger Straße 22
Eintritt frei

Führungen
Sonntags um 11.15 Uhr
3,00 Euro pro Person
Ermäßigung für Kinder und Jugendliche